Heribert Rahdjian im Interview

Die Echten für den Achten! So sehen wir uns… Aber welche Personen stehen hinter ECHT-Josefstadt? Um diese Frage zu beantworten, werden wir in der nächsten Zeit unsere KandidatInnen und AktivistInnen vorstellen. Dabei wollen wir aufzeigen was uns wichtig ist, wofür wir eintreten und warum wir politisch tätig sind. Den Beginn machen wir mit unserem Spitzenkandidaten, Heribert Rahdjian.

 

interview-02Wer ist Heribert Rahdjian?

Ein Josefstädter seit Geburt. Vater Armenier, Mutter Wienerin. Nach Volksschule und Gymnasium in Wien habe ich drei Semester Jus an der Uni Wien studiert. Mit 18 Beginn meiner 43-jährigen Berufstätigkeit in der Hotellerie. 1995 haben mich die Wiener Grünen zur Mitarbeit eingeladen und – ohne Mitgliedschaft – zum Bezirksvorsteher aufgebaut. Nach dem Wahlerfolg 2005 war ich bis 2010 Josefstädter Bezirksvorsteher – bis die Zusammenarbeit 2010 durch die Josefstädter Grünen einseitig beendet wurde.

 

Warum bist du bei EJ aktiv?

Die Vorgeschichte von ECHT Josefstadt ist für Nichteingeweihte ein wenig verwirrend. Viele wissen bis heute nicht, warum es ECHT Josefstadt überhaupt gibt und dass die Grünen im Juni 2010 bei der Kandidatenauswahl die sichere Chance auf eine Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit ihres Bezirksvorstehers durch interne Machtspiele so leichtfertig vertan haben. Etwa 10 Bezirks-Grüne waren damit heimatlos. Wir haben damals mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören. Viele Freunde und Sympathisanten wollten aber, dass wir weiterhin vernünftige Politik machen und überredeten uns, mit einer Bürgerliste anzutreten. Diese hieß zunächst „ECHT Grün“, – auch um zu zeigen, dass allgemein grünes Gedankengut uns auch weiterhin bewegt. Wegen Verwechslungen und anderen Unzukömmlichkeiten wurde der Name dann auf ECHT Josefstadt Liste Heribert Rahdjian geändert. Nach nur etwa 5-wöchiger Wahlwerbung hat unsere Liste am 10.10.2010 auf Anhieb etwa 12% der Stimmen und 5 Mandate errungen. Laut Stadt Wien-Statistik ein erst- und bisher einmaliger Erfolg für eine neue Fraktion.

 

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Schon seit mehr als 40 Jahren bin ich in der regionalen Kommunalpolitik tätig. Vor allem Umweltthemen (speziell der Umgang mit Ressourcen und das Thema Müll), Lebensqualität auf Bezirksebene (Wohnumfeld, Flächenwidmung, öffentlicher Raum, Parkanlagen, grüne Innenhöfe etc.), aber auch Demokratie und soziale Gerechtigkeit (Antidiskriminierung, leistbares Wohnen etc.) waren mir immer zentrale Anliegen.

 

Wo wart ihr in der letzten Funktionsperiode erfolgreich?

Das einzugrenzen ist gar nicht so leicht. Im Laufe der vergangenen fast 5 Jahre haben wir hunderte wichtige Anfragen und Anträge in der Josefstädter Bezirksvertretung eingebracht. Die meisten wurden entweder einstimmig oder mehrheitlich angenommen, bzw. den jeweils zuständigen Ausschüssen oder Kommissionen zur weiteren Behandlung zugewiesen. Viele größere und kleinere Änderungen und Verbesserungen sind Erfolge unserer Fraktion. Ganz ohne Schönfärberei: unsere Bilanz der vergangenen 5 Jahre Arbeit für den Bezirk kann sich sehen lassen.

Unser großer Vorteil: durch Parteienunabhängigkeit kommen wir ohne taktische Rücksichtnahme, ohne Rückfragen bei einem übergeordneten Organ (Landes- oder Bundespartei) oder einem etwaigen Partei-Kooperationspartner aus und können so frei und ehrlich unsere Meinung sagen, Fragen stellen und unsere Forderungen erheben. Auf Augenhöhe.

 

Was macht die Josefstadt als Bezirk so besonders?

Ich lebe schon mein ganzes Leben in diesem Bezirk. Das mag auf den ersten Blick vielleicht langweilig erscheinen, aber dieser Quadratkilometer ist so etwas wie meine erweiterte Wohnung geworden, ohne dass ich Gesamt-Wien und das übrige Österreich unterbewerten möchte. Ich kenne ja alle Bezirke, vielleicht nicht jedes Grätzl, und habe Österreich schon von frühester Jugend an kennen und schätzen gelernt. Durch die Kleinheit und klare Struktur der Josefstadt, dichtbevölkert mit etwa 24.000 Personen, sind mir sämtliche Straßen und Plätze und sogar viele Innenhöfe vertraut. Das Wohnen hier seit meiner Geburt – an bisher 5 Adressen – die Berufsausübung in 2 Betrieben im Bezirk, sowie die erwähnte politische – meist ehrenamtliche – Tätigkeit sind mit ein Grund, warum ich auch viele Menschen hier kenne. Dass mich mehr Menschen kennen und grüßen, als ich mit Namen ansprechen könnte, liegt auch daran, dass ich fast täglich mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs bin und mich mit vielen Leuten über deren Anliegen unterhalte. Die fünf Jahre als Bezirksvorsteher haben mir überdies große Freude bereitet und meinen Freundeskreis enorm erweitert.

 

Welchen Ort in der Josefstadt magst du besonders und warum?

Mein Elternhaus, ein ehemaliger uralter Meier- und Werkstättenhof, später Gasthof, bzw. Hotelbetrieb, steht nicht mehr. Dort war ich sehr gerne, habe dort auch fast 20 Jahre lang mit Mutter und meinen Geschwistern gearbeitet. Jetzt lebe ich gern im Jugendstilviertel um den Hamerlingpark, den ich früher auch gern zum Ausgangspunkt von Führungen gemacht habe. Gerne besuche ich – leider viel zu selten – Daisy Waldstein-Wartenburg in einem wunderschönen Garten in der Skodagasse, den sie zusammen mit Familie Ungar-Wessely nutzt und pflegt.

 

Am 11.10.2015 werden die Bezirksvertretungen und der Gemeinderat gewählt – wie willst du deine Stimmen vergeben?

Von meinen 2 Stimmen, die ich – wie alle Wiener Wahlberechtigten – habe, werde ich im Achten natürlich eine der „Liste ECHT Josefstadt“ geben. Mit der zweiten Stimme – für den Wiener Gemeinderat – kann ich jede andere Fraktion wählen. Allzu viele kommen für mich nicht in Frage, vielleicht wird’s diesmal statt Grün ein Newcomer.

 

Deine Freizeit verbringst du am liebsten mit …

… Lesen (leider zu selten), Radfahren, Musizieren und manchmal mit meiner Familie z.B. bei gemeinsamer Gartenarbeit in der Schönborngasse. Gerne verbringe ich auch Zeit mit Fotografieren, dem Ordnen von Fotos (eine Endlosarbeit) und mit Schreiben (Schreibwerkstatt – Zeitzeugenberichte aus Kriegs- und Nachkriegszeit, wofür ich bisher ca 40 wahre Geschichten aus Kindheit und Jugend verfasst habe).

 

Dein Lieblingslokal im 8en?

Wenn ich -selten, aber doch- privat weggehe, ist es meist, um Freunde zu treffen. Dann bleibe ich auch gerne länger sitzen. Am liebsten im Café Florianihof, – ein angenehm-ruhiger Platz zum Wohlfühlen (auch Ort unse-res monatlichen EJ-Sprechtags). Sonst bin ich – selbst wenns dort manch-mal ein bisschen eng und zuweilen lauter ist – auch gern im Café Hummel.