Das Grüne Wahlkampf-Comic

comicIm gestrigen Wahl-Chat der Presse hält Maria Vassilakou entrüstet fest: „Ich halte Comics wie jene der FPÖ für eine grottenschlechte und darüber hinaus geradezu kriminelle Art und Weise, an Jugendliche heranzutreten…“

Die Grünen Josefstadt und Alexander Spritzendorfer sehen das anders. In einem Comic, dass in den letzten Tagen an JugwählerInnen verschickt wurde, macht man sich über „Echt Grün“ lustig – und das mit rassistisch konnotierten Schimpfworten.

Das Demokratieverständnis der Grünen zeigt sich, indem man die Kandidatur von „Echt Grün“ als Kasperltheater bezeichnet. Ein Teufelchen in der Ecke bringt dann die Meinung der Grünen über den politischen Mitbewerber auf den Punkt: „Vollkoffer wennst mich fragst…“

Die Aussendungen an sich richten sich ohnehin von selbst.

Bemerkenswert ist aber die Verwendung des Schimpfwortes „Vollkoffer“. Laut Wiktionary ist das Schimpfwort „Koffer“ das Österreichische Synonym des rassistischen Schimpfwortes „Kaffer“ mit dem laut Wikipedia europäischen Kolonialisten und Einwanderern zu Zeiten der Apartheid die Afrikanische Mehrheitsbevölkerung herabgewürdigt haben.

Als „Verkafferung“ (österr. sich verkoffern = sich verirren) versteht das Deutschen Kolonial-Lexikon von 1920 das „Herabsinken eines Europäers auf die Kulturstufe des Eingeborenen“ eine „bedauerliche Entartung weißer Ansiedler“. Immerhin eine bemerkenswerte Leichtfertigkeit für eine Bezirkspartei die Heribert Rahdjian des lateneten Sexismus überführt hat, wenn er in einer Aussendung ein Binnen-I vergessen hat!

Betrachten die Grünen also die Bezirksvertretungswahlen (und die Tatsache, dass wir  von unserem passiven Wahlrecht Gebrauch machen) als Kasperltheater, und ist die Kandidatur von „ECHT Grün“ eine „bedauerliche Entartung“ der reinen Grünen Lehre? Wir warten noch auf Aufklärung!

Hier die ganze Zeichnung als PDF zum herunterladen.

2 Kommentare

  1. Nichts für ungut, aber bzgl. „rassistisches Schimpfwort“ verrennt Ihr Euch da.

    Wie auch im Wiktionary ersichtlich ist, gibt es zwei verschiedene Bedeutungen und Etymologien von „Kaffer“. Das Wort „Koffer“ ist als Nebenform nur für die Bedeutung „dummer, ungebildeter Mensch“ angeführt, die sich etymologisch aus dem Rotwelsch und ursprünglich wohl über das Jiddische aus dem Hebräischen ableitet. Es handelt sich um zwei verschiedene Schimpfworte, die sich zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten entwickelt haben.

    • Jein – du hast natürlich recht, dass man (wie so oft) die Herkunft des Wortes nicht 100%ig sicher klären kann.

      Unter http://de.wiktionary.org/wiki/Koffer steht unter Herkunft „von jiddisch Kaffer mit gleicher Bedeutung“.
      Klick ich nun darauf komme ich zu http://de.wiktionary.org/wiki/Kaffer wo es wiederum heißt „Die Bezeichnung »Kaffer« ist rassistisch konnotiert.

      Wie dem auch sei? wiktionary ist natürlich nicht 100%ig wissenschaftlich fundiert. Und Ich gebe auch gerne zu, dass ich selber das Wort „Vollkoffer“ schon öfters benutzt habe, ohne mir Gedanken darüber zu machen welche Bedeutung es wirklich oder möglicherweise hat.
      Der Kern der Kritik war ja ohnehin weniger die zweifelhafte Herkunft des Wortes „Vollkoffer“, sondern die Tatsache, dass man es seitens der Grünen Josefstadt überhaupt für angebracht hält die politischen Mitbewerber (auf FPÖ-Niveau oder nur knapp darüber) in einem Comic zu beschimpfen. Heribert Rahdjian macht ganz simpel und demokratisch von seinem Recht Gebrauch, sich einer Wahl zu stellen. Das Rechtfertigt unserer Ansicht nach nicht ihn zu beschimpfen, egal ob als „Vollkoffer“, „Dodl“, „Spinner“ oder sonstwas!

      Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass das Comic der Grünen beleidigend, nicht aber rassistisch war. Genauso wenig wie es latent sexistisch war, wenn Heribert (wofür er von seiner Stellvertreterin schärfstes gerügt wurde) in einer Aussendung mal ein Binnen-I vergessen hat. .

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