Die ÖVP bekämpft die „Parkplatznot“ – wir rechnen nach

parkplatz-problematik

Mit einer „witzigen Aktion“ hat die ÖVP in den letzten Tagen auf das „Parkplatznot“ in der Josefstadt aufmerksam gemacht. Auf den Straße und hauptsächlich bei Fahrradständern stehen Pappmännchen mit der Aufschrift „Das könnte Ihr Parkplatz sein.“

Was will uns die ÖVP damit sagen? Dort wo jetzt noch Menschen (Pappmännchen) stehen, soll Platz gemacht werden um Autos zu parken? Und das bezeichnet Mickel als „Innovative Konzepte und Mut neue Lösungswege auszuprobieren.„ Nämlich Fahrradständer ab zu montieren.

Wir haben Veronika Mickel per You Tube bei der Parkplatzsuche begleitet und helfen beim nachrechnen. 8500 Autos sind in der Josefstadt zugelassen, dem stehen aber nur 5500 Parkplätze gegenüber. „Das kann sich von vornherein nie ausgehen!“ erkennt auch Veronika Mickel.

Es fehlen also rein rechnerisch rund 3000 Parkplätze. Der Lösungsvorschlag der ÖVP heißt neben der Demontage von Radständern „Bewohnerparkplätze“. Damit soll dann jede JosefstädterIn die ein Parkpickerl kauft ein recht auf einen Parkplatz haben. Klingt gut! Wo die dafür fehlenden 3000 Parkplätze herkommen sollen, bleibt das Geheimnis von Veronika Mickel.

Immerhin 60 (in Wirklichkeit sind es nur 30-35, besonders wenn man so wie Veronika Mickel im Audi A6 unterwegs ist) Parkplätze könnte man durch die Demontage sämtlicher in den letzten 5 Jahren unter Heribert Rahdjian aufgestellten Fahrradbügel gewinnen.

30-35 Parkplätze bei 3000 fehlenden Stellplätzen. Eine 1-Prozent Lösung!

„Innovative Konzepte und Mut neue Lösungswege auszuprobieren“

Nehmen wir Veronika Mickel beim Wort. Fahrradbügel abmontieren bringt uns wie sich leicht nachrechnen lässt nicht weiter. Es gibt in der Josefstadt einfach zu viele Autos! Nicht zuwenig Parkplätze!

Ein wirklich innovatives Konzept, dass wir gerne in der Josefstadt umsetzen würden ist Car2go. Ein modernes Car-Sharing Modell, dass es den JosefstädterInnen möglich machen soll kein eigenes Auto mehr zu benötigen. Die Zahl der Autobesitzer geht in den letzten Jahren – wen auch langsam – zurück. Diesen Trend wollen wir unterstützen. Das eigene Auto ist längst kein Statussymbol mehr. Beim Feldversuch in der deutschen Stadt Ulm wurde das System car2go von der Bevölkerung begeistert aufgenommen. Ab 2011 wird das System in mehreren europäischen Städten aufgebaut.

Der Clou ist, dass bei diesem Modell – wesentlich effizienter als mit dem eigenen Fahrzeug – mit jedem Auto 10-15 Fahrten pro Tag durchgeführt werden. Mehr als 3mal soviel wie mit einem Privat-PKW.

Hier gibt es mehr zum wirklich innovativen Car2go -> Artikel lesen

Und hier der Wikipedia-Artikel zum in Paris gerade entstehenden Autlib

Edit: Veronika Mickel legt wert darauf, dass sie nicht selbst Audi A6 fährt. Veronika Mickel hat keinen eigenen Audi.

Edit: Nachdem uns die ÖVP wegen der Verwendung eines Fotos von Veronika Mickels Facebook-Profil der Urheberrechts-Verletzung beschuldigt hat, wollen wir nun auch nicht unerwähnt lassen, dass das verschieben eines geparkten Autos – so wie in Mickels Youtube-Spot zu sehen – eine Besitzstörung ist. Also bitte nicht nach machen.

4 Kommentare

  1. Lieber Heribert!
    Ich kenne Dich jetzt seit über 35 Jahren und bin erstaunt, dass der schlechte Stil, den Du bei Deinen ehemaligen Grünen Freunden so heftig kritisierst, offenbar auch auf Dich und Deine Gruppe abgefärbt hat.

    1. Wie Du ja weißt, haben die Grünen schon einmal unsere Fotos für eigene Zwecke verwendet. Damals haben wir von einer Rechnungslegung nur abgesehen, da uns versprochen wurde, dass dies nicht mehr ohne unser Einverständnis passiert. Da Du und Deine Klubobfrau Frau Dr. Furgler damals dies bei den Grünen zu verantworten hatten, ist Dir diese Vereinbarung naturgemäß bekannt. Aus diesem Grunde werden wir diesmal ein Honorar einfordern, dass wir dann einem sozialen Zweck spenden werden. Herzlichen Dank dafür.

    2. Außerdem dachte ich, dass Du niemals die Unwahrheit verbreitest. Dass Frau Mickel angeblich einen Audi A6 fährt ist eine Solche. Veronika Mickel besitzt überhaupt kein Auto, sondern lediglich ein Fahrrad. Dafür erwarten wir eine öffentliche Entschuldigung von Dir und eine Entfernung dieser Unwahrheit von Deiner Homepage.

    3. Ja wir haben politisch unterschiedliche Auffassungen, was die Lösungsmöglichkeiten des ruhenden Verkehrs in der Josefstadt angeht. Und um das zu demonstrieren, hat Veronika einen Familienvater bei der Parkplatzsuche begleitet. Die Anrainer die ein Auto besitzen, werden für den Parkraum kräftig zur Kasse gebeten. Dann sollten Sie bitteschön aber auch einen vorfinden. Das ist unsere Botschaft. Aber auch in vielen anderen Punkten werden wir sicher nie die gleiche Ansicht haben. Das liegt in der Natur der verschiedenen politischen Meinungen. Lass uns sachlich diskutieren, zum Wohl des Bezirks. Oder geht’s Dir vielleicht gar nicht darum? Es macht zumindest den Eindruck!

    Mit kollegialen Grüßen

    Florian Mauthe

    • Lb Florian Mauthe,

      Wir alle wissen, Politik bedeutet auch das Erkennen und die Lösung von Problemen. Offenbar hat die Frau Mikl erkannt, dass es nicht notwendig ist, ein eigenes Auto zu haben. Deshalb nimmt sie am Car-Sharingprojekt teil. Das ist sehr löblich!

      Eines verstehe ich aber nicht:

      Frau Mickel einen Audi A6 fährt ist – bezogen auf den Schadstoff ausstoß und den Platzverbrauch – eher bedenklich. Der Innenraum eines Smart ist im übrigen ziemlich groß, man wundert sich nur.

      Wenn nun Frau Mickel die Nöte des Familienvaters erkannt hat – auf seiner Parkplatzsuche – wieso rät sie ihm nicht zur selben Lösung, die Sie hier so plakativ angepriesen haben?

      Car Sharing? Einmal benötigt ein Familienvater ein großes Auto, einmal ein kleines. Einmal eines für größere Strecken, einmal eines, um den Wochenendeinkauf zu erledigen. Das ist doch die Lösung, die man mit Car-Sharing anstrebt oder?

      Aber was macht Frau Mickel? Sie besorgt sich einen Familienvater mit Nöten, die gar nicht sein müssten, dann löst sie Probleme mit Denkansätzen, die von vorgestern sind.

      Das soll dann ernstzunehmende Bezirkspolitik sein? Wenn die linke Hand nicht mehr weiß, was die rechte tut?

      Auf die Gewinnung von Parkflächen durch die Entfernung von Fahrradständern gehen sie überhaupt nicht ein. Ihnen ist es wichtiger, einen Sermon über Urheberrechte loszulassen, wenn es aber in Wirklichkeit um Bezirkspolitik geht.

      Scharf geschossen, lb Mauthe, aber nicht getroffen!

      War das dann alles zum Thema ÖVP-Bezirkspolitik? Wenn Sie einen Tunnelblick haben – „Hilfe, schon wieder steht ein Fahrrad im Weg und ich muss parken“ – dann sollten sie vielleicht etwas anderes machen.

  2. Lieber Florian Mauthe,

    zuerst möchte ich festhalten, dass nicht Heribert Rahdjian, sondern ich den Artikel geschrieben habe. Ich übernehme daher auch die Verantwortung für den Inhalt.

    ad 1.)
    Ich habe das Foto auf Veronika Mickels Facebook-Profil gefunden. Die Inhalte unserer Homepage stehen – wie bei vielen Internet-Blogs üblich – unter der Creative Commons Lizenz. Unsere Fotos können daher im Sinne eines kreativen Austausches und einer möglichst „einfachen“ Kritik von jedermann „frei“ verwendet und weitergegeben werden. Das habe ich bei Eurer Homepage nicht beachtet. Ich habe jetzt beim nochmaligen nachschauen im Impressum auch nichts über eine Lizenz oder dergleichen gefunden.
    Meine Vorgehensweise war daher im Sinne des geltenden Urheberrechtes nicht korrekt! (Das ich eine andere Meinung in Sachen Urheberrecht habe als die ÖVP steht auf einem anderen Blatt)

    Erwähnt sei, dass nach den (zugegeben problematischen) AGBs von Facebook der Urheber mit dem Upload eines Links auf Facebook die Nutzungsrechte am Bild abgibt und diese bei Facebook verbleiben, selbst dann wenn das Foto vom Benutzer bei Facebook bzw. den anderen Nutzern, die das Bild in Ihrem Profil sehen konnten.

    Ich komme aber natürlich eurem Wunsch nach und entschuldige mich bei Euch und bei Veronika Mickel – meine Intention war eine inhaltliche Kritik aber nicht die Verletzung irgendwelcher Persönlichkeits- oder Urherberrechte. Ich habe das Foto entfernt!

    ad 2.)
    In dem You Tube-Video sucht Veronika Mickel doch eindeutig in einem Audi A6 einen Parkplatz. Ich habe nicht behauptet, dass Sie ein solches Auto besitzt, sondern damit fährt. Man kann mir nicht unterstellen, die Unwarheit gesagt zu haben – schon gar nicht vorsätzlich. Ich werde im Text deutlich sichtbar ergänzen, dass Veronika kein eigenes Auto und keinen eigenen Audi A6 hat!

    ad 3.)
    Nochmals. Uns geht es in jedem Fall um eine sachliche Diskussion. Es liegt aber auch in der Natur der Sache, dass es dabei manchmal zu Ungenauigkeiten kommt. Die Grünen haben ja auch nicht wie Veronika Mickel sagt im letzten Jahr 200 neue Abstellplätze errichtet, sondern meines Wissens nach in der gesamten Bezirksvorstehung von Heribert Rahdjian – also in den letzten 5 Jahren. Auch wurden dadurch nach Auskunft von Heribert nicht 65 Parkplätze „vernichtet“ sondern maximal 30.

    Wenn mir aber „Ungenauigkeiten“ passieren, wie eben in Sachen Copyrights bin ich natürlich lernfähig!

  3. Sehr geehrter Herr Mauthe!

    Fährt Frau Mickel in dem Video in einem Audi A6 oder ist es ein anderes Audi-Modell?

    Was mich aber viel mehr interessiert: Wird sich die Wiener ÖVP für oder gegen die Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung über den Gürtel hinaus einsetzen?

    Da ja in der Josefstadt viel mehr KFZ zugelassen sind, als es Abstellplätze gibt, parkt ein Teil dieser KFZ offensichtlich anderswo – in den meisten Fällen wird das wohl ein angrenzender Bezirk ohne Parkpickerl sein. Also jenseits des Gürtels. Wenn nun auch dort die Parkraumbewirtschaftung eingeführt würde (wie es zumindest SPÖ und Grüne wünschen), würden sich die Josefstädter Halter dieser außerhalb parkenden KFZ ein Parkpickerl oder einen Garagenplatz in der Josefstadt besorgen, was zu weniger freien Parkplätzen in der Josefstadt und deutlich höheren Garagentarifen führen würde.

    Zudem stelllen derzeit viele Leute (zB Pendler) wegen der Parkraumbewirtschaftung im Zentrum Wiens ihr Auto außerhalb des Gürtels ab und steigen in die Öffis um. Gäbe es aber dort auch Parkraumbewirtschaftung, würde ein großer Teil dieser Lenker gleich bis ins Zentrum weiterfahren. Denn ob sie dort oder da Parkometerabgabe entrichten ist ja egal, aber zumindest die Umsteigevorgänge und die Öffi-Fahrscheine könnten eingespart werden. Das reduziert den Kostendeckungsgrad der Öffis und führt gleichzeitig zu weniger freien Parkplätzen im Zentrum, also auch im 8. Bezirk, sowie steigenden Garagentarifen in der Josefstadt.

    Wird sich die Wiener ÖVP im Gemeinderat und Landtag für oder gegen die Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung über den Gürtel hinaus einsetzen? Und/Oder Wird sich die ÖVP dafür einsetzen, dass die Wiener Öffis gratis benutzbar werden?

    Und: Wird sich die ÖVP dafür einsetzen, dass es in Österreich legalisiert wird, fremde Fahrzeuge herumzuschieben? In bestimmten anderen Ländern, zB Frankreich, ist das üblich (ob legal oder nur geduldet weiß ich nicht), nur sehen die Fahrzeuge dort im Schnitt auch weniger gepflegt aus als in unseren Breiten – was ja durchaus ein gesünderes emotionales Verhältnis der dortigen Besitzer zu ihren fahrbahren Untersätzen vermuten lässt. Das KFZ soll ja ein Nutzgegenstand sein und kein Heiligtum. Und man kann mit flexiblem Verschub den Parkraum doch effizienter nutzen, wie ja im Video bewiesen wird. Aber ob die Wiener Autobesitzer wollten, dass ihre Autos herumgeschoben werden…

    MfG
    Daniel AJ Sokolov

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