Buchfeldgasse: ein Lehrbeispiel

buchfeldgasseUnter der Überschrift „Evolution auf der Straße: Wer breit ist, gewinnt?“ findet sich im Archiv der „Presse“ ein kurzer Artikel von Veronika Schmidt zur Frage wer wohl im Wettstreit um den Platz auf der Fahrbahn überleben wird.

Ein Beispiel, fast so unlösbar wie die Quadratur des Kreises, scheint es in der Josefstädter Buchfeldgasse zu geben. Seit Jahren muss für die überbeanspruchte Straße  – mit schmaler Fahrbahn und noch schmäleren Gehsteige – viel Geld aus dem knappen Bezirksbudget bereitgestellt werden,  weil schwere, breite Kraftfahrzeuge mit der engen einspurigen Fahrbahn offensichtlich nicht auskommen und – wie selbstverständlich – den Gehsteig befahren und damit laufend beschädigen.

2014 wurde die desolate Buchfeldgasse zur Gänze samt Unterbau und Gehsteigen wieder einmal generalsaniert. Unser Antrag auf Wohnstraßenwidmung wurde leider nicht umgesetzt. Randsteine werden kaum mehr eingebaut, man hilft sich mit aneinandergereihten Pflastersteinen als Gehsteigbegrenzung, wohl in der pragmatischen Erwartung, dass diese bald wieder niedergefahren werden. Die wiederholte Reparatur von schweren Randstein-Einfassungen käme noch teurer.  Die Josefstadt ist zu zweifelhafter Berühmtheit damit gelangt, dass hier die österreichweit(!) höchste Dichte an immer breiteren, größeren und stärkeren PKWs, sogenannten „SUVs“, herrscht. Wohl wegen unserer gebirgigen Straßenlandschaft… Geparkte SUVs und ähnlich breite KFZ  behindern zunehmend das reibungslose Vorbeifahren vor allen anderer SUVs, sowie LKW und Müllfahrzeuge, die daher oftmals den neuen Gehsteig befahren (müssen) – dort häufig auch Passanten zum Ausweichen zwingen – von der Behinderung des Radverkehrs ganz zu schweigen. Ist diese „Evolution“ unausweichlich,  sollte das Parken an diesen Stellen generell oder für KFZ ab einer gewissen Breite, verboten werden, (so wie die Durchfahrt für Busse unter gewissen Brücken)? Es geht eben nicht alles, und Rücksichtnahme aufeinander bei knappem Straßenraum sollte doch selbstverständlich sein.

Siehe: www.diepresse.com

Evolution auf der Straße: Wer breit ist, gewinnt?

VERONIKA SCHMIDT (Die Presse) Printausgabe 17.08.2012